Ideen? Ideen!

Es ist schon interessant, wie schnell man ein bisher völlig unbekanntes und für einen selbst völlig uninteressantes Thema spannend finden kann.

Mir ging es immer so mit dem Thema Amerika und Unabhängigkeitskriege und den Jahren davor. Amerika, so dachte ich, besteht aus dem Konflikt zwischen „Natives“ und Weißen. Zwischen Cowboy und Indianern. Und vor allem aus dem Massaker, das die „Eroberer“ angerichtet hatten. — Also alles bekannt und entsetzlich und vor allem langweilig. Ich konnte schon Age Of Empires III nicht mehr spielen, weil es genau dieses Setting hatte.

Bis ich nach einem entsprechenden Setting für meine erste längere Geschichte gesucht habe. Da habe ich mich selbst eines Besseren belehrt.

Ich wollte ein Setting aufgreifen, das zumindest mir unbekannt ist. Ich habe viel über England gelesen, über Deutschland natürlich auch, über Ungarn und einiges über Polen. Und das moderne Amerika kennt man als Kinogänger natürlich auch, da alle Filme und Serien, die man sieht, irgendwo dort spielen.

Meine Geschichte sollte etwas gruselig werden, ein klein wenig Horror versprühen. Und das ganze wenn es geht zu einer Zeit, die weit vor der Industrialisierung liegt. England sollte aber schon eine aufstrebende Weltmacht sein, weil ich mir in den Kopf gesetzt hatte, einen trotteligen englischen Professor in die Geschichte einzubauen. Also konnte als Zeit nur das ausgehende 18te Jahrhundert dienen.

Jetzt stellte sich mir die Frage, WO meine Geschichte spielen konnte. Es musste ein Ort sein, der spannende Abenteuer lieferte, der geheimnisvoll war und noch völlig unerforscht. Ich überlegte hin und her und kam schließlich darauf, Amerika auszuprobieren.

Also fing ich an, mir einen Ort in Amerika auszusuchen, der um 1750 (oder etwas später) all meine Anforderungen erfüllte. Da ich ja meinen englischen Professor einbauen wollte, musste es eine englische Kolonie sein. Die Engländer hatten um 1750 herum vor allem die nördliche Ostküste besiedelt: Und damit konnten als größere und bekannte Städte nur Boston, New York und Philadelphia in Frage kommen.

Nachdem ich ein paar Ideen für die Geschichte gesammelt hatte, war klar, dass es nur Boston sein konnte, da diese Stadt bereits über eine Universität verfügte (Boston hatte bereits Harvard). Dumm ist allerdings, dass Harvard zu dieser Zeit gerade erst im Wandel war von einer streng religiösen Einrichtung zu eine etwas offeneren zu werden. Mein Professor musste also das entsprechende Lehrgebiet haben (Sprachen, Philosophie und Algebra).

Und je mehr ich über Boston in dieser Zeit las, desto interessanter wurde diese Stadt für mich. Eine weitere Hauptfigur sollte ein Dieb sein, der beim Gouverneur erfolgreich eingebrochen ist. Wer war denn um diese Zeit Gouverneur von Boston? Und wie stand es denn um die Politik in dieser Zeit? Womit haben die eigentlich bezahlt oder gab es keinen Handel? Und was passierte geschichtlich gesehen in den Jahren davor und danach?

Wie man sich vorstellen kann, bin ich vom Hundertsten ins Tausendste gekommen. Und ich habe festgestellt, dass die deutschsprachige Wikipedia allenfalls eine kurze Zusammenfassung des Benötigten enthält und dass man definitiv noch weitere Quellen benötigt, um alles zu verstehen.

Auf jeden Fall hat sich herausgestellt, dass mir Recherche sehr viel spass macht und dass das geschichtliche Setting Amerika um 1750 sehr interessant sein kann.

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Vorlagen mit Scrivener

Wenn man mit Scrivener arbeitet und ein etwas längeres Projekt plant, dann stellt man irgendwann fest, dass Vorlagen für neue Kapitel oder Szenen sehr schön wären. Und zwar sollten in diesen Vorlagen ganze Strukturen mit ihren Metadaten hinterlegt werden können.

Bei meinem aktuellen Projekt ist das zum Beispiel so, dass ein Kapitel immer aus einer bestimmten Sammlung von Dingen besteht:

  • Ein Verzeichnis mit dem Namen des Kapitels und bestimmten voreingestellten Metadaten
  • Jedes Kapitel fängt mit einem speziellen Abschnitt an (in meinem Fall ein Tagebucheintrag einer Hauptperson)
  • Anschließend sollen unterschiedliche Szenen beschrieben werden

Während der Tagebucheintrag immer ähnlich aufgebaut ist und nur aus wenigen Worten bestehen soll, die das aktuelle Kapitel einleiten, sind die weiteren Szenen etwas anders aufgebaut. Beides gilt es in Metadaten zu beschreiben:

  • Aktueller Status (Erstentwurf)
  • Farbmarkierung (TODO = Rot)
  • Icon für die Szene
  • Zielwert für die Anzahl der Wörter pro Szene (Tagebuch ca. 800 und Szene ca. 1200)

Mit den Vorlagen kann ich genau das erreichen. Und ich war selbst ziemlich überrascht, als ich gesehen habe, wie es funktioniert.

Einfach ein neues Verzeichnis in der Mappe anlegen. Anschließend dann im Menü „Projekt“ auf „Auswahl als Vorlagenverzeichnis“ oder im englischen Menü: „Set Selection as Templates Folder“.

Anschließend wird das Icon mit einem T überlagert und alles, was sich nun in diesem Verzeichnis befindet kann als Vorlage verwendet werden.

Das richtige Tool zum Schreiben

Wenn man sich in den Kopf gesetzt hat, etwas zu schreiben, dann fängt man als Nerd natürlich erst mal damit an, herauszufinden, womit man schreiben möchte.

Andere würden jetzt vielleicht einfach Word nehmen. Oder LibreOffice. Oder VIM. — Aber ich doch nicht.

Wenn ich schon schreibe, dann aber richtig. Wenn ich nichts aufs Papier bringe, dann liegt es ja nicht daran, dass ich meine Gedanken nicht unter Kontrolle bringen kann – Nein! – Es wird einzig und allein daran liegen, dass ich das falsche Tool zum Schreiben verwendet habe. Ganz sicher.

Und um das auszuschließen, habe ich die ersten Tage meiner aufkeimenden Kreativität dafür benutzt, ein entsprechendes Tool zu finden.

Welche stehen denn zur Auswahl?

Eine ganze Menge, wie mir scheint. Es ist unglaublich, was man alles so an Tools findet, wenn man schaut. Um nicht völlig den Überblick zu verlieren, habe ich mich auf vier Tools konzentriert: Word (bzw. LibreOffice Writer), Scrivener, Evernote und Ulysses III.

Wenn man sich schon mal ein neues Tool aussucht, sollte man sich natürlich auch Gedanken darüber machen, was man für Features benötigt. Bei mir waren es die folgenden:

  • Synchronisierung über verschiedene Geräte hinweg (iPad, PC, Android Smartphone)
  • Möglichst einfaches und übersichtliches UI
  • Die Möglichkeit, direkt EBooks zu erzeugen für epub und mobi (Amazon) und HTML für Blogeinträge
  • Templates für Kapitel und Szenen erzeugen können
  • Ich möchte alles, was zu einem Projekt gehört in diesem Tool zusammenfassen können

Word (und damit LibreOffice Writer) schied schon sehr früh aus. Ich hatte vor einigen Jahren schon meine ersten Erfahrungen damit machen dürfen und habe mir damals schon geschworen: Wenn ich mir noch mal die Finger verbrennen will, dann aber mit einem völlig anderen Tool.

Also blieb dann nur noch Scrivener und Ulysses III und – natürlich – Evernote übrig.

Evernote hat als großen Vorteil, dass es für alle Platformen (Windows, OSX, Android, iOS) funktionert und dass es über diese Platformen hinweg synchronisieren kann. Es ist aber nicht wirklich ein Schreibtool. Man kann zwar schreiben damit, aber es ist eher ein Tool, mit dem man kurze Ideen sammeln und skizzieren kann. Ich verwende es weiterhin, allerdings nur genau zu diesem Zweck: Sammeln von Ideen.

Der nächste Schritt war dann, sich Demo-Versionen sowohl von Ulysses III als auch von Scrivener zu besorgen. Beide Hersteller bieten eine solche Demo an, die man für eine gewissen Zeit testen und nutzen kann.

Nachdem ich beide Tools einige Zeit verwendet hatte, habe ich mich für Scrivener entschieden, weil es mehr den Workflow beim Schreiben unterstützt und mir als Author hilft, alles an einem Platz zu halten.

Wie meine ich das?

Nun, zunächst einmal habe ich eine Idee, was ich schreiben möchte. Dazu möchte ich mir Notizen machen, damit ich nicht übermorgen wieder alles vergessen habe. Dann möchte ich von diesen Notizen ausgehend, eine erste Kapitelstruktur aufsetzen, damit ich später beim Schreiben weiß, wann was passieren soll. Erst dann fange ich an, die einzelnen Kapitel mit Inhalten zu füllen.

Und spätestens dann brauche ich das nächste Feature von Scrivener: Den Research-Bereich. Alles, was ich dort hineinpacke (Skizzen, PDFs, Dokumente, Bilder, WebSeiten etc.) bleibt dort und kann über das Tool gesucht werden. Dort kann ich meine Ideen zu den Hintergründen der Personen, der Orte, der Rahmenhandlung etc. hinterlegen, ohne dass sie mich später stören.

Mit Scrivener habe ich mein Tool zum Verfassen von Texten gefunden. Ich habe bereits feststellen können, dass es nicht nur für kurze Texte, sondern auch für lange gedacht ist. Es funktioniert einfach, ohne dass es mich zu sehr ablenkt.

Mein Workflow sieht nun so aus:

  1. Ideen sammle ich unterwegs via Evernote auf iPad und Android Handy
  2. Diese Ideen strukturiere ich dann auf meinem Notebook in Scrivener
  3. Nach einiger Zeit nehme ich dann diese Ideen und schreibe Inhalte für meine Geschichten

Jetzt habe ich das perfekte Tool. Fehlen nur noch Ideen! 😉

Zu Scrivener.